Die Qualität eines Schlachtkörpers wird durch eine Vielzahl von Merkmalen bestimmt, darunter der Anteil an Magerfleisch, der Fleischertrag, die Fettabdeckung, die Marmorierung sowie allgemeine Qualitätsindikatoren wie Zartheit, Geschmack und oxidativer Status des Fleisches. Diese Eigenschaften beeinflussen Verbraucherpräferenzen, die Verarbeitungseffizienz, die Haltbarkeit der Produkte und letztlich den Marktwert.
Die Verbesserung von Schlachtkörperausbeute und -qualität stellt eine vielschichtige Herausforderung dar, die genetische Faktoren, Managementmaßnahmen und ernährungsphysiologische Strategien miteinander verbindet. Ziel ist es, die Wachstumsleistung zu optimieren und gleichzeitig Tierwohl und Tiergesundheit sicherzustellen. Letzteres ist insbesondere im Hinblick auf die Nutzung essbarer Nebenprodukte wie Nieren, Leber und Darmtrakt von Bedeutung. Organe, die durch Parasiten, Infektionen oder pathologische Veränderungen beeinträchtigt sind, können zur Verwerfung oder Herabstufung führen, wodurch ihr wirtschaftlicher Wert sinkt.
Vor diesem Hintergrund sollte die Stärkung der Immunabwehr und der Widerstandsfähigkeit der Tiere eine hohe Priorität haben. Verschiedene physiologische Mechanismen beeinflussen die Schlachtkörpermerkmale. So können beispielsweise chronischer oder übermäßiger Stress sowie Entzündungsprozesse die Wachstumseffizienz beeinträchtigen, die Einlagerung magerer Muskelmasse reduzieren, die Fettakkumulation erhöhen und sowohl die Organgesundheit als auch die Fleischqualität negativ beeinflussen.
Eine neue Generation pflanzlicher Isochinolin-Alkaloide (IQs) mit optimierten Gehalten und einer verbesserten Kombination wirksamer Schlüsselalkaloide (Produktlinie Sangrovit®) hat bereits positive Effekte auf Schlachtkörperergebnisse und -qualität gezeigt. Diese Verbindungen weisen ein breites Spektrum biologischer Wirkungen auf, insbesondere ausgeprägte entzündungshemmende Eigenschaften.
IQs wirken sich positiv auf die gastrointestinale Gesundheit aus, indem sie die Integrität des Darms und die Nährstoffverwertung verbessern. Dadurch werden sowohl die gesamte Schlachtkörperausbeute als auch der Anteil wertvoller Teilstücke erhöht. Diese physiologischen Verbesserungen führen zu einer effizienteren Futterverwertung, geringeren Mortalitätsraten und einer stärkeren Einlagerung mageren Gewebes im Verhältnis zu Fett – ein entscheidender Faktor für den Schlachtkörperwert.
Darüber hinaus erhöhen IQs die antioxidative Kapazität, was zu einer verbesserten Fleischqualität, einer besseren Funktion der Muskelzellen und einer verlängerten Haltbarkeit beiträgt. In intensiven Produktionssystemen ist bekannt, dass chronische Entzündungen und oxidativer Stress den mTOR-Signalweg unterdrücken, wodurch Muskelwachstum und Schlachtkörperqualität begrenzt werden. Ein bekannter Einflussfaktor in diesem Zusammenhang ist das Glukokortikoidhormon Cortisol, dessen Konzentration in Studien mit verschiedenen Tierarten durch die Supplementierung von IQs im Futter wiederholt gesenkt werden konnte. Zudem wurde berichtet, dass spezifische IQs im Futter Gene hochregulieren, die mit dem mTOR-Signalweg assoziiert sind, was die Proteineinlagerung unterstützt und die Wachstumsleistung weiter verbessert.
Zum Zeitpunkt der Schlachtung gelten sowohl die Schlachtkörperausbeute als auch der Anteil hochwertiger Teilstücke als entscheidende ökonomische Kennzahlen. Die Vorteile von IQs in diesem Zusammenhang wurden deutlich in einem Versuch an der Mississippi State University, USA, aufgezeigt. In der Studie kam ein stressinduziertes Belastungsmodell zum Einsatz, bei dem an den Tagen 0, 14 und 42 eine Lebendimpfung gegen Kokzidiose verabreicht wurde; die Beobachtungsdauer betrug 56 Tage. Broiler, die mit IQs gefüttert wurden, zeigten signifikant geringere Mortalitätsraten (Abb. 1), eine höhere Futteraufnahme (Kontrolle: 109,2 g/Tier/Tag; IQ niedrig: 116,3 g/Tier/Tag; IQ hoch: 117,5 g/Tier/Tag; p = 0,0015) sowie einen höheren Keulenanteil im Verhältnis zum Lebendgewicht (Abb. 2).
Weitere Vorteile wurden in einem Versuch am Versuchs- und Bildungszentrum für Geflügelhaltung in Kitzingen, Deutschland, bestätigt, an dem 2.800 Ross-308-Broiler beteiligt waren. Tiere mit IQ-Supplementierung zeigten einen signifikant höheren Brustmuskelanteil – ein zentrales Merkmal in Märkten, die mageres und zartes Fleisch bevorzugen (Abb. 3). Diese Zuwächse gingen mit einer signifikant verbesserten Futterverwertung (Kontrolle: 1,50; IQ-Gruppe: 1,48; p ≤ 0,05) sowie niedrigeren Leber-Scores einher, was auf eine verbesserte Organgesundheit hindeutet. Diese physiologischen Verbesserungen tragen unmittelbar zu besseren Produktionsergebnissen und einer höheren wirtschaftlichen Effizienz bei.
Malondialdehyd (MDA) ist ein weit verbreiteter Biomarker der Lipidperoxidation und dient als Qualitätsindikator für Fleisch- und Fettprodukte sowie als Maß für den oxidativen Status des Tieres. MDA ist eine hochreaktive und toxische Verbindung, die zahlreiche physiologische Prozesse stören kann. Erhöhte MDA-Gehalte wurden bei verschiedenen pathologischen Zuständen beobachtet und wirken sich negativ auf die Fleischqualität und Haltbarkeit aus.
Um zu untersuchen, wie sich oxidativer Stress nach der Schlachtung fortsetzt, wurde eine wissenschaftliche Studie an der Aristoteles-Universität Thessaloniki, Griechenland, durchgeführt. Dabei wurde die Lipidoxidation in rohem Brustfleisch (Pectoralis major) während der gekühlten Lagerung bei 4 °C untersucht. Teilproben wurden an Tag eins und Tag drei analysiert. Broiler, die IQ´s erhielten, zeigten nur eine moderate oxidative Degradation, was auf einen verbesserten antioxidativen Schutz oder eine geringere Anfälligkeit für Oxidation im Vergleich zur Kontrollgruppe hindeutet (Abb. 4). Darüber hinaus wiesen IQ-gefütterte Tiere einen höheren Proteingehalt im Brustmuskel auf (Kontrolle: 23,9 %; IQ niedrig: 24,8 %; IQ hoch: 24,1 %) sowie einen geringeren Fettgehalt im Brustfleisch (Kontrolle: 1,75 %; IQ niedrig: 1,47 %; IQ hoch: 1,58 %), was auf eine Verschiebung hin zu magereren, qualitativ hochwertigeren Fleischstücken hinweist.
Um die praktische Relevanz der IQ-Supplementierung zu belegen, ist eine Fallstudie aus einem kommerziellen Betrieb in Südafrika besonders hervorzuheben. Insgesamt wurden 502.000 Broiler verschiedener Herkünfte unter IQ-Supplementierung überwacht und mit einer Kontrollgruppe verglichen. Die Ergebnisse zeigten einen deutlichen Anstieg des European Production Efficiency Factor (EPEF): Die IQ-Gruppe erreichte einen Wert von 377 gegenüber 331 in der Kontrollgruppe. Zudem kam es zu einer Reduktion der Schlachtkörperverwerfungen aufgrund von Verletzungen, Krankheiten oder Kontaminationen um einen Prozentpunkt (Kontrolle: 2,07 %; IQ-Gruppe: 1,02 %).
Diese Verbesserungen steigerten die Gesamtleistung im kommerziellen Betrieb signifikant. Zusätzlich berichtete eine große brasilianische Integration über effizientere Abläufe im Schlachthof mit weniger Verwerfungen von Schlachtkörpern und Nebenprodukten. Dies unterstreicht den praktischen Nutzen und den wirtschaftlichen Einfluss der IQ-Supplementierung in großskaligen Produktionssystemen.
Ein wirksames Management von Entzündungen, Stress und des Muskelprotein-Stoffwechsels – insbesondere über ernährungsphysiologische und darmgesundheitsbezogene Strategien – kann die Schlachtkörperausbeute, die Fleischqualität und die wirtschaftlichen Erträge in modernen Nutztierhaltungssystemen erheblich verbessern. Dies betrifft nicht nur die primären Fleischstücke, sondern auch essbare Nebenprodukte und unterstützt damit übergeordnete Ziele wie Tierwohl, Nachhaltigkeit und Produktionseffizienz.
Da sich globale Produktionstrends zunehmend in Richtung natürlicher, gesundheitsorientierter Lösungen bewegen, stellt der Einsatz pflanzenbasierter Futterzusatzstoffe wie Isochinolin-Alkaloide eine vielversprechende Strategie dar, um der Nachfrage der Verbraucher nach natürlich erzeugtem, hochwertigem Fleisch in modernen Nutztierhaltungssystemen gerecht zu werden.
Mit der 3. Generation von Sangrovit® setzen wir einen neuen Standard - neben den bekannten Vorteilen für Tieresilienz und Entzündungsmanagement überzeugt Sangrovit® der dritten Generation darüber hinaus durch einen höheren Magerfleischanteil und eine verbesserte Fleischqualität.
Julia Schmitt hat einen Master-Abschluss in Tierwissenschaften der Justus-Liebig-Universität Gießen und verfügt über 17 Jahre wissenschaftliche Erfahrung in der Branche für phytogene Futtermittelzusatzstoffe. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Förderung der Darmgesundheit, der Erforschung entzündungshemmender Mechanismen und der Förderung des Tierschutzes und der Stressreduzierung durch natürliche Futtermittel.
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