+49 6123 702 680
info@phytobiotics.com
12.03.2026

Weniger kann mehr sein – Spurenelemente in der Schweineernährung

Spurenelemente wie Zink und Kupfer werden häufig in Mengen, die weit über dem physiologischen Bedarf liegen, dem Futter von Ferkeln zugesetzt, um deren Leistungsfähigkeit zu verbessern bzw. um Durchfälle nach dem Absetzen zu verhindern. Der Nachteil liegt auf der Hand: Eine übermäßige Supplementierung führt zu einer hohen Ausscheidung, was Herausforderungen für den Bodenschutz und die Umwelt mit sich bringt.

 
Futter Plexomin Schwein Wissenschaft & Forschung

Untersuchungen aus den Niederlanden (Schothorst Feed Research) haben gezeigt, dass dieselben positiven Effekte auch bei geringeren Beimischungsmengen erzielt werden können – vorausgesetzt, es wird die richtige Bindungsform verwendet. In einem Versuch schnitten entwöhnte Ferkel, denen 120 ppm Kupfer aus Kupfersulfat zugesetzt wurde, genauso gut ab (in Bezug auf Tageszunahme und Futterverwertungsquote) wie Ferkel, die nur 60 ppm Kupfer aus Kupferglycinat (Plexomin®) erhielten. Eine Erhöhung der Kupferglycinat-Zusatzmenge auf 120 ppm führte sogar zu einer deutlichen Leistungssteigerung. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Appetitanregung – verbunden mit höheren Konzentrationen des Neuropeptids Y (NPY) im Hypothalamus und einer verbesserten Darmgesundheit – auf die im Vergleich zu Kupfersulfat überlegene Bioverfügbarkeit von Kupferglycinat zurückzuführen ist.

Die pharmakologische Wirkung eines hohen Zinkgehalts bei der Vorbeugung von Durch-fällen nach dem Absetzen ist gut belegt; jedoch wurde diese Praxis aufgrund von Umweltbedenken in bestimmten Regionen (in der EU seit 2022) bereits verboten. Traditionell wurde die Wirkungsweise von Zink auf seinen direkten Kontakt mit Krankheitserregern und deren anschließende Neutralisierung vereinfacht – ein Prozess, der nicht selektiv ist und auch nützliche Mikroben beeinträchtigt, wodurch Ferkel nach der Behandlung anfälliger für Darmerkrankungen sind. In Wirklichkeit ist die Wirkungsweise von Zink multidimensional, wobei ein Großteil seiner Wirkung im Tier selbst stattfindet. Zink stärkt die Darmbarriere durch Hochregulierung der Proteine der tight junctions (Claudin, Occludin, ZO-1), mildert entzündlichen Stress im Darm durch Herunterregulierung proinflammatorischer Zytokine (TNF-α, IL-1β, IL-6) und fördert die Expression antiinflammatorischer Zytokine (z. B. IL-10). Auf diese Weise spielt Zink eine wesentliche Rolle bei der Aufrechterhaltung der Darmintegrität und eines gesunden Immungleichgewichts.

Der entscheidende Faktor für diese Effekte ist die Bioverfügbarkeit der Spurenelementquelle. Eine Studie der Freien Universität Berlin verglich anorganisches Zinksulfat mit Zinkglycinat (Plexomin®) und wies eine um etwa 22 % höhere relative Bioverfügbarkeit für Zinkglycinat nach. Ähnliche Ergebnisse wurden von Männer, Simon und Schlegel (2008) berichtet, die die Bioverfügbarkeit verschiedener Quellen von Zink, Kupfer, Mangan und Eisen untersuchten.
Letztendlich hängt die Bioverfügbarkeit von Spurenelementen von einigen entscheidenden Faktoren ab:

  • Stabilität im gesamten Verdauungstrakt, damit das Spurenelement in bioverfügbarer Form an den Ort der Absorption gelangt. Eine schlechte Stabilität bei niedrigem pH-Wert (Dissoziation) oder Anfälligkeit gegenüber Verdauungsenzymen (z. B. Pepsin) kann zu Verlusten durch antinutritive Faktoren wie Phytat führen, wodurch die Bioverfügbarkeit verringert wird.
  • Ausgewogene Bindungsstärke zwischen dem Spurenelement und seinem Liganden. Ist die Bindung zu stark (z. B. mit EDTA), kann das Spurenelement vom Tier nicht aus der Verbindung extrahiert werden und wird ungenutzt ausgeschieden. Ist sie zu schwach (z. B. bei Sulfaten), wird es vor der Absorption von Antagonisten wie Phytat gebunden.
  • Physikalische Eigenschaften wie Homogenität, geringe Partikelgröße und Staubfreiheit, die eine sichere und gleichmäßige Einmischung in das Futter gewährleisten.
Plexomin® Monoglycinate vereinen diese Faktoren auf ideale Weise und helfen den Produzenten, mit weniger mehr zu erreichen.

Abb. 1: Durchschnittliche Gewichtszunahme von Schweinen, die mit unterschiedlichen Kupferquellen und -konzentrationen gefüttert wurden (Davin et al., 2022, Schothorst Feed Research).
 
Fig. 2: Apparent zinc digestibility of different zinc sources in piglets (Freie Universität Berlin).
 

Weitere Themen

Fragen? Unsere Experten stehen bereit.



Kontakt

Kontaktieren Sie unsere Experten oder schicken Sie uns eine Nachricht. Wir melden uns schnellstmöglich bei Ihnen.