Untersuchungen aus den Niederlanden (Schothorst Feed Research) haben gezeigt, dass dieselben positiven Effekte auch bei geringeren Beimischungsmengen erzielt werden können – vorausgesetzt, es wird die richtige Bindungsform verwendet. In einem Versuch schnitten entwöhnte Ferkel, denen 120 ppm Kupfer aus Kupfersulfat zugesetzt wurde, genauso gut ab (in Bezug auf Tageszunahme und Futterverwertungsquote) wie Ferkel, die nur 60 ppm Kupfer aus Kupferglycinat (Plexomin®) erhielten. Eine Erhöhung der Kupferglycinat-Zusatzmenge auf 120 ppm führte sogar zu einer deutlichen Leistungssteigerung. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Appetitanregung – verbunden mit höheren Konzentrationen des Neuropeptids Y (NPY) im Hypothalamus und einer verbesserten Darmgesundheit – auf die im Vergleich zu Kupfersulfat überlegene Bioverfügbarkeit von Kupferglycinat zurückzuführen ist.
Die pharmakologische Wirkung eines hohen Zinkgehalts bei der Vorbeugung von Durch-fällen nach dem Absetzen ist gut belegt; jedoch wurde diese Praxis aufgrund von Umweltbedenken in bestimmten Regionen (in der EU seit 2022) bereits verboten. Traditionell wurde die Wirkungsweise von Zink auf seinen direkten Kontakt mit Krankheitserregern und deren anschließende Neutralisierung vereinfacht – ein Prozess, der nicht selektiv ist und auch nützliche Mikroben beeinträchtigt, wodurch Ferkel nach der Behandlung anfälliger für Darmerkrankungen sind. In Wirklichkeit ist die Wirkungsweise von Zink multidimensional, wobei ein Großteil seiner Wirkung im Tier selbst stattfindet. Zink stärkt die Darmbarriere durch Hochregulierung der Proteine der tight junctions (Claudin, Occludin, ZO-1), mildert entzündlichen Stress im Darm durch Herunterregulierung proinflammatorischer Zytokine (TNF-α, IL-1β, IL-6) und fördert die Expression antiinflammatorischer Zytokine (z. B. IL-10). Auf diese Weise spielt Zink eine wesentliche Rolle bei der Aufrechterhaltung der Darmintegrität und eines gesunden Immungleichgewichts.
Der entscheidende Faktor für diese Effekte ist die Bioverfügbarkeit der Spurenelementquelle. Eine Studie der Freien Universität Berlin verglich anorganisches Zinksulfat mit Zinkglycinat (Plexomin®) und wies eine um etwa 22 % höhere relative Bioverfügbarkeit für Zinkglycinat nach. Ähnliche Ergebnisse wurden von Männer, Simon und Schlegel (2008) berichtet, die die Bioverfügbarkeit verschiedener Quellen von Zink, Kupfer, Mangan und Eisen untersuchten.
Letztendlich hängt die Bioverfügbarkeit von Spurenelementen von einigen entscheidenden Faktoren ab:
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